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Wie alle Schulen muss auch die Gem.-Hauptschule Finnentrop auf die veränderte Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen reagieren und ihr Bildungs- und Betreuungsangebot entsprechend anpassen. Darüber hinaus ist es notwendig, den Bestand der Hauptschule am Bildungsstandort Finnentrop durch ein angepasstes Konzept langfristig zu sichern.
Zentrale Ziele für die Gestaltung des Ganztagsbetriebes in Schulen gemäß § 9 Abs. 1 Schulgesetz (SchulG) sind
- die Förderung der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familienarbeit durch verlässliche Unterrichts- und Betreuungszeiten am Vormittag und am Nachmittag,
- die Schaffung verbesserter Bildungs- und Abschlusschancen durch individuelle Förderung der Stärken und durch den Ausgleich von Lernrückständen insbesondere von Lernschwächeren,
- der Ausgleich von Benachteiligungen von Schülerinnen und Schülern aus bildungsfernen Milieus,
- die Verbesserung der Chancen beim Übergang in Ausbildung und Beruf nach Abschluss der Sekundarstufe I.
Die Ganztagshauptschule Finnentrop ist als „gebundene Ganztagsschule“ eingerichtet. Konzipiert als „rhythmisierte“ Tagesschule stehen dabei vormittägliche und nachmittägliche Aktivitäten in einem engen Zusammenhang. Der Pflichtunterricht der Schülerinnen und Schüler konzentriert sich also nicht wie in der Halbtagsschule auf den Vormittag, sondern verteilt sich gleichmäßig auf den gesamten Schultag. Unterrichtsfächer, Übungs- und Fördereinheiten und Phasen der Entspannung wechseln sich ab, bei einer Aufhebung bzw. Lockerung des 45-Minuten-Rhythmus zugunsten einer schülerorientierten Rhythmisierung.
Auch an der Gem.-Hauptschule Finnentrop erfordern die veränderten Lebensbedingungen der Heranwachsenden sowie der hohe Anteil von Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Förder- und Erziehungsbedarf eine Ausweitung und Veränderung der schulischen Angebote.
Zudem wird im Einzugsbereich unserer Schule die gesellschaftliche Entwicklung auch geprägt durch die Zuwanderung von Aussiedlern und Ausländern. So werden an der Gem.-Hauptschule Finnentrop im laufenden Schuljahr Schülerinnen und Schüler aus 21 Nationen unterrichtet.
Auf Grund der erheblichen Zahl an Schülern mit Migrationshintergrund und auf Grund der Erziehungsunsicherheit, deren schwerwiegende Folgen sich bei Schülerinnen und Schülern in Entwicklungsrückständen, Verhaltensauffälligkeiten, Werteverlust und Zukunftspessimismus äußern, benötigen immer mehr Schülerinnen und Schüler individuellen Förderbedarf.
Der Wandel der gesellschaftlichen Anforderungen an die Schule erfordert ein neues Verständnis der schulischen Aufgaben. Dazu gehört auch, dass die Schule für die Schülerinnen und Schülern Hilfen zur Erziehung vorhält.
Die Ganztagshauptschule Finnentrop versteht sich nicht als Aufbewahrungsanstalt für die ihr anvertrauten Kinder, sondern will ein Lernort sein, an dem sich durch vielfältige Erfahrungen eigenständige Persönlichkeiten herausbilden können. Zusammen mit einem ganzheitlichen Erziehungsansatz prägt das die Schule als Lebens- und Erfahrungsraum.
Die Ganztagshauptschule versteht sich als Lern- und Lebensraum, der gekennzeichnet ist durch ein eigenständiges Schulprofil mit einer Schulkultur, die vom Wir-Gefühl, vom Teamgeist und vom Engagement der beteiligten Lehrer, Schüler, Eltern und weiterem außerschulischen, pädagogischen Personal geprägt wird.
Um die Begabungen und Talente in besonderer Weise zu fördern, gibt die Schule notwendige Hilfen und Anregungen zur Entwicklung dieser differenzierten Fähigkeiten ebenso wie zum Aufbau der erwünschten Selbstständigkeit und sozialen Verantwortung der Schülerinnen und Schüler. Dies geschieht sowohl im Unterricht als auch im freizeitpädagogischen Bereich. Durch die praktizierte Lern-, Tisch- und Spielgemeinschaft werden soziale Verantwortung, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Toleranz geweckt und praktiziert.
Die Ganztagshauptschule Finnentrop bietet ihren Schülerinnen und Schülern ein reichhaltiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften (AG) aus unterschiedlichen Themenbereichen an.
Die Schülerinnen und Schüler haben in den Arbeitsgemeinschaften mehr Zeit, sich eigenständig und selbst handelnd mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen. Der reguläre Lernstoff des Vormittags kann durch praxisorientierte Projekte am Nachmittag vertieft werden. Die Erfahrung, mit eigenen Händen etwas geschafft zu haben, etwas Sichtbares, Sinnvolles, Praktikables, weckt Energie, sich weiter zu versuchen und höhere Ansprüche an sich selbst zu stellen. Besonders in Textil-, Holz- oder Design-Arbeitsgemeinschaften können Schülerinnen und Schüler dieses Gefühl erleben.
Die gegenüber der Halbtagsschule zusätzlich zur Verfügung stehende Zeit soll auch genutzt werden, die bereits bestehende intensive Zusammenarbeit zwischen der Gem.-Hauptschule Finnentrop und Partnern im Umfeld weiter auszubauen.
Die Schülerinnen und Schüler der Ganztagshauptschule Finnentrop halten sich montags bis freitags in der Regel von 7.45 – 15.30 Uhr in der Schule auf. Der Tagesablauf ermöglicht zusätzliche fachliche Angebote sowie Freizeitangebote für die Schülerinnen und Schüler. Er erfordert aber auch eine Organisationsstruktur, die eine angemessene Rhythmisierung von fachlichem Lernen und Entspannungsphasen beinhaltet.
Stumpf
Schulleiter |